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Beim Self-Publishing geht es nicht nur ums Schreiben und Veröffentlichen – auch rechtliche, steuerliche und organisatorische Aspekte spielen eine wichtige Rolle. Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über das, was Sie als Self-Publisher wissen sollten.
Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Schöpfung Ihres Werkes – Sie müssen es nicht anmelden. Es schützt Sie davor, dass andere Ihr Werk ohne Erlaubnis nutzen.
Als Urheber besitzen Sie alle Verwertungsrechte. Diese können Sie ganz oder teilweise weitergeben:
Wichtig: Geben Sie Rechte nur gezielt und zeitlich begrenzt ab. Exklusive, unbefristete Rechteübertragungen sollten Sie vermeiden.
Das Urheberrecht endet 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Erst danach werden Werke gemeinfrei.
Egal ob Sie mit einem Verlag oder Dienstleistern arbeiten – Verträge sollten Sie immer sorgfältig prüfen.
AspektVerlagsvertragSelf-PublishingRechtewerden weitgehend abgegebenbleiben beim AutorVorschussmeist vorhandennicht vorhandenTantiemen5–15 % vom Nettoladenpreisbis zu 70 % bei E-BooksVermarktungübernimmt der VerlagAufgabe des AutorsKontrollebegrenztvollständig beim Autor
Achten Sie bei Verträgen auf:
Als Self-Publisher sind Sie selbstständig tätig und damit steuerpflichtig.
Spätestens mit der ersten Veröffentlichung sollten Sie Ihre Tätigkeit beim Finanzamt anmelden. Schriftstellerische Tätigkeit gilt als freiberuflich – kein Gewerbeschein erforderlich.
Einnahmen aus Buchverkäufen sind als Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit zu versteuern. Werbungskosten (Lektorat, Cover, Software etc.) können abgezogen werden.
Als hauptberuflicher Autor können Sie sich über die KSK günstig kranken-, pflege- und rentenversichern. Voraussetzung: Mindestens 3.900 € Jahreseinkommen aus künstlerischer Tätigkeit.
Die VG Wort schüttet jährlich Tantiemen an Autoren aus, deren Werke kopiert oder ausgeliehen werden.
Möglichkeiten zur Vergütung:
Tipp: Melden Sie sich kostenlos bei der VG Wort an und tragen Sie Ihre Werke ein. So erhalten Sie automatisch Ausschüttungen.
Self-Publishing ermöglicht die globale Veröffentlichung – doch dabei sind einige Besonderheiten zu beachten.
Wenn Sie Ihr Buch international veröffentlichen, behalten Sie idealerweise alle Rechte. So können Sie Übersetzungsrechte separat verkaufen oder selbst Übersetzungen veröffentlichen.
Eine professionelle Übersetzung kostet zwischen 0,08 und 0,20 € pro Wort. Alternativen:
Bei Einnahmen aus den USA müssen Sie ein W-8BEN-Formular ausfüllen, um die Doppelbesteuerung zu vermeiden. Sonst behält Amazon 30 % Quellensteuer ein.
Sie dürfen aus anderen Werken zitieren – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen:
Für jedes Bild in Ihrem Buch (Cover, Innenteil) benötigen Sie die Nutzungsrechte. Verstöße können teuer werden.
Sichere Bildquellen:
QuelleLizenzKostenAdobe Stockkommerziell, weltweitkostenpflichtigShutterstockkommerziellkostenpflichtigPixabaymeist freikostenlosUnsplashmeist freikostenlosWikimedia Commonsje nach Bild unterschiedlichmeist kostenlos
Achtung: Auch bei kostenlosen Bildern müssen Sie die Lizenzbedingungen prüfen. Manche erfordern Namensnennung oder schließen Buchcover als Nutzung aus.
Sind Personen auf Fotos erkennbar, brauchen Sie deren Einverständnis (Model Release) – insbesondere bei kommerzieller Nutzung.
Self-Publishing bietet enorme Freiheiten, bringt aber auch Verantwortung mit sich. Wer sich mit den rechtlichen, steuerlichen und organisatorischen Grundlagen vertraut macht, schafft die Basis für nachhaltigen Erfolg. Im Zweifel lohnt sich die Beratung durch einen Fachanwalt für Urheberrecht oder einen Steuerberater mit Erfahrung im Bereich Autorentätigkeit.